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Apokalypse jetzt. Gedanken einen Tag vor Ostern?

Am Karfreitag 2019 schrieb ich  auf Facebook über die enorme Hitze bei uns im Isaan/Thailand und zeigte ein großes Glas mit einem eiskalten, roten Getränk, dass ich auf die Frage von Bodo Stamm scherzhaft auch politisch einordnete. Bodo Stamm antwortete : „Buh, hast nichts dazugelernt. Jetzt mal ernsthaft: Es gibt neue Parteien, die nur EU, jedoch nicht national vertreten sind. Aus ganz Europa zusammengekommen haben sie ein Manifest koordiniert.  Jetzt die Aufgabe an Dich RenTier: Schaue mal auf Volt. Bei Fragen wegen Auffindbarkeit gerne bei mir anklopfen. Noch einen Cooler?“ Er meinte es ernst und ich antwortete ihm sehr ernst: „Lieber Bodo, ich werde in einigen Tagen 78. Für Politik und Parteien habe ich mich fast mein ganzes Leben lang engagiert, den Mund aufgemacht, Prozesse eingehandelt, Solidarität weder von Politik noch von Parteien bekommen, gesehen, gelesen und erlebt, in welchem Maße Politik und Parteien lügen und wie sie wider besseres Wissen u...

Zeitungssterben?

Kein guter Tag, wenn ich solche Nachrichten lese! Von der Journalistin Birgit Kölgen bekam ich einen Link geschickt: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/dumont-vom-zeitungssterben-und-einem-wankenden-geschaeftsmodell-kommentar-a-1255220.html Das ist für mich eine dermaßene Horrormeldung, dagegen sind Artikel über ein Diesel-Desaster marginal. Wie wichtig Zeitungen sind - auch unter den nostalgischen Aspekten des „Papier in der Hand Haltens“ - kennen wir nicht nur aus der amerikanischen Geschichte. Zeitungslesen war für mich immer so notwendig wie Essen und Trinken. Mit Lesen und Schreiben verbringe ich auch heute noch die meisten Stunden am Tag und in der Nacht, und das meistens mit Papier in der Hand und Kugelschreiber. Das ist eben der Segen der Pressefreiheit, sie raubt der kühnen Sprache der Demagogen allen Zauber der Neuheit und neutralisiert das leidenschaftliche Wort durch ebenso leidenschaftliche Gegenrede. Heinrich Heine In dem SPIEGEL-Ar...

Noch viel vorgenommen!

Zugegeben, ich gehe nicht gern zum Arzt. Noch weniger gern liege ich in Hospital-Betten, selbst wenn die Schwestern oder weiblichen   Reinigungskräfte mir hin und wieder suchend und findend unter die Decke greifen. Als Typ 1-Diabetiker sollte ich alle zwei Jahre zur „Neueinstellung" eine Klinik besuchen. Mein letzter diesbezüglicher Besuch fand 1982 statt.   In zunehmendem Alter erhöht sich aber meine Wachsamkeit nicht nur bezogen auf die mich umgebende Realität, sondern auch auf   meine eigene Identität, wobei ich auch eine eventuelle Mortalität im Auge habe. Ich habe keine Ängste, aber ich will vorbereitet sein und mein Büro rechtzeitig aufräumen. Zuerst gab es Schmerzen am rechten Augenwinkel. Ein Tier hatte sich nicht verflogen, auch keine Auswirkungen meines thailändischen Gartenbaus und meiner Hundeliebe waren die Ursache. Die Schmerzen wurden umfangreicher und erreichten die Schläfe und den Vorderkopf. „Nimms leicht“ war mein Motte, auch wenn Scharlach...

Roger Willemsen

Roger Willlemsen  starb heute vor zwei Jahren im Alter von nur 60 Jahren. Sehr selten in meinem Leben hat mich ein Lebender so bereichert und begeistert und ein Toter so erschüttert und der Verlust so lange beschäftigt.  Und das ging ganz sicher nicht nur mir so. Man muss sich nur im Internet ansehen die unglaubliche Vielzahl von Nachrufen in den Medien und von wichtigen Privatpersonen. Roger Willemsen, Foto Wikipdia Meine erste Begegnung mit Roger Willemsen. war 1992 ein Buch über Erotik in der Weltliteratur. Den Titel „Das Tier mit den zwei Rücken“ entnahm er einem Shakespeare-Text, der auch heute im Englischen den Vollzug körperlicher Vereinigung beschreibt: „To make the beast with the two backs.“ Er schrieb dort nicht selbst und über nicht über sich selbst- wie man später nach der optischen und akustischen Verabreichung seiner Delikatessen über Liebe und Leben hätte annehmen können - sondern fungierte als Sammler und Herausgeber und verfasste das Vorwor...

„Bastardvölkchen“

Ein „Bastardvölkchen“ wurde vernichtet. "Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik…Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und Strömen von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen.“ (Generalleutnant Lothar von Trotha, Oberbefehlshaber in Deutsch-Südwest-Afrika) Generalleutnant Lothar von Trotha Trotha in der Mitte mit seinem Stab in Deutsch-Südwestafrika Die Folge war der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, der Genozid an den Herero in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. überlebende Herero  Nach anfänglichen, erfolgreichen Kämpfen der Einheimischen wurden die Deutschen massiv verstärkt und übermächtig. Die Aufständischen wurden massenhaft erschossen und flohen während der Trockenzeit in die Wüste (Sandfeld). Bericht eines deutschen Soldaten an den Generalstab, der bereits am 15. November 1905 in einer deutschen Tageszeitung erschienen war: „Die m...